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Ortsgruppe Bietigheim |
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Auf den Spuren der Gründung des Schwäbischen Albvereins
Bei herrlichem Sonnenschein, bei einem frühlingshaften Wetter, hat sich
wieder eine große Gruppe des Albvereins Bietigheim zusammen mit einigen
Gästen auf Wanderschaft begeben. Und es wurde – wie so oft – ein sehr
informativer Ausflug. Ein langgezogener Aufstieg führte dann zur Katharinen-Linde. Ihre Bezeichnung ist auf eine Legende zurückzuführen: Die heilige Katharina von Alexandrien wurde hier von ihren Häschern gefasst. Auf ihren Vorschlag wurde eine Linde mit der Krone nach unten gepflanzt, die bald ergrünen und blühen würde. Das Wunder geschah und ihr Leben war gerettet. Einige Wanderer haben den Aussichtsturm bestiegen und hatten einen herrlichen Rundblick, so in Neckartal, nach Ludwigsburg und in der Gegenrichtung bis zur Burg Teck.
Nun ging es auf dem Höhenweg abwärts nach Esslingen. Dabei hatte man einen
herrlichen Blick auf die Grabkapelle der Württemberger auf dem Rotenberg. In
Esslingen wurde die Gruppe von der Stadtführerin erwartet. Der Rundgang
wurde unter einem Steinrelief von Katharina von Alexandrien begonnen. Es
zeigt eine stattliche Frau mit Krone, denn sie stammt aus einem Königshaus,
mit Büchern, denn sie konnte lesen, eine große Ausnahme zu dieser Zeit und
einem Richtschwert, denn sie wurde enthauptet. Die Stadtführerin verstand
es, den mittelalterlichen Alltag im schwäbischen Dialekt darzustellen. Die
Namen von Herrschern, verbunden mit vielen Jahreszahlen, blieben weitgehend
weg. Die freie Reichsstadt Esslingen mit viel Besitz, war eine Enklave innerhalb des Herzogtums Württemberg. Das weckte die Begehrlichkeit der württembergischen Herzöge. Zum Schutz waren eine Stadtmauer mit über 50 Türmen und 28 Toren erforderlich. Wenn ein Feind nahte, wurde dies durch Zeichen dem Türmer auf der Dionys-Kirche, heute evangelische Stadtkirche, gemeldet. Er hatte dann eine Glocke zu läuten. So entstand die Redewendung, es an die große Glocke hängen. Beim Einbau einer Fußbodenheizung wurde festgestellt, dass an dieser Stelle schon zwei Vorgängerkirchen aus dem 7. und 9. Jahrhundert gestanden haben. Das alte Rathaus ist ein Meisterwerk des schwäbisch-alemannischen Fachwerks. Vielerorts hat man sich im 19. Jahrhundert neue Rathäuser geleistet, in Esslingen war dies finanziell nicht möglich. So ließ man vom Architekten Schickhardt nur auf der Nordseite eine neue Giebelwand hochziehen, mit zwei Uhren und Figuren. Der Adler, der zur vollen Stunde die Flügel bewegt, schaut nicht wie üblich nach rechts, sondern grimmig nach links, nach Stuttgart. Für diese Stadtführung gab es großen Applaus von der Gruppe und Dank vom Wanderführer. Dank gab es für Wolfgang Umbach von der Vorsitzenden Inge Schumacher für die Planung, Organisation und Führung der Wanderung.
Die Stadtführerin entließ die Gruppe zur
obligatorischen Schlusseinkehr mit dem Spruch: „Wer nicht genießt, wird
ungenießbar“.
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