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6. Frauenwanderung des Schwäbischen Albvereins Bietigheim im Mittleren
Schwarzwald.
Freitag, 24.6.11
Dreizehn Frauen des Bietigheimer Albvereins hatten sich unter Führung von
Inge Schumacher am Bahnhof Bietigheim eingefunden, um zu einer dreitägigen
Wanderung in und um Wolfach im Kinzigtal (Schwarzwald) zu starten.
Das Hotel „Kreuz“ mitten im
Städtle war schnell erreicht, die Wanderschuhe bereits geschnürt und schon
konnte die erste Wanderung beginnen. Elke aus Rötenbach hatte sich
dazugesellt, Christine war noch nicht da und kam später nach. Ideal war der
bewölkte Himmel für den Anfang.
Auf halber Höhe ging der Weg stetig bergan, vorbei an schönen Häusern mit
ihren Vorgärten. Man tauchte in den Schwarzwald ein, der hier ein Mischwald
mit hohen Bäumen war. Das Ziel war die Burgruine Wolfa, die umgeben von
mächtigen Linden auf einem Hügel über einer Schlucht thront. Der
überwachsene Einstieg zu der Burg war nicht leicht zu finden. Oben
angekommen, lag das Kinzigtal mit den reizenden Städtchen Wolfach und
Oberwolfach vor den Wanderinnen. Zwischen den historischen dicken Mauern der
Burg aus dem 11. Jahrhundert war der richtige Vesperplatz, der
wahrscheinlich gemütlicher war, als dieser Wohnraum in alter Zeit.
Von Oberwolfach führte der Weg
vorbei an typischen schön renovierten Schwarzwaldhöfen. Die Heuernte war im
Gange und die Traktoren arbeiteten halsbrecherisch an den Abhängen.
Einen Milan störte das nicht. Ruhig kreiste er im Aufwind.
Die Wanderung ging weiter
durch den Wald bis zu dem „Stuckhäusle“, mit schöner Aussicht auf Wolfach
und den Flusslauf der Wolf, die sich im Tal mit der Kinzig vereinigt. Vom
Stuckhäusle wurden an hohen Festtagen die Böllerkanonen abgefeuert. Das
Schloss in Wolfach konnte man in seinen ausladenden Umrissen gut erkennen.
Von der Sonne beschienen liegt die Burgruine Wolfa auf einem der
gegenüberliegenden Hügel im Wald.
Das Rathaus, das den Reichtum aus der Flößerzeit symbolisiert, wurde danach
im Städtle noch genauer bewundert, ehe die Wandersfrauen zur Einkehr
marschierten.
Samstag, 25.6.11
Wer sich am Freitag gut eingelaufen hatte, durfte zur längsten Wanderung
starten. Sie führte über den Käppeleshof nach Hausach. Zunächst ging es
wieder in Serpentinen bergauf bis zum Ehrenmal für beide Weltkriege, die 158
Tote von der kleinen Stadt gefordert haben. Ein schöner Platz zur Meditation
und eine Aussicht über die blau-grünen Hügel des Schwarzwaldes. Hochstämmige
Tannen ergaben eine gute Luft und der in voller Blüte stehende Fingerhut
erfreute das Herz. Dann kam der Käppeleshof in 500 m Höhe mit der
Wendelinskapelle, die eine viel besuchte Wallfahrtskapelle war. Heute führt
der Kinzigtaler Jakobusweg, bezeichnet mit der Muschel sowie der
Hansjakobweg, genannt nach dem Heimatdichter Heinrich Hansjakob und mit dem
Schlapphut ausgeschildert daran vorbei.
Resi hatte nicht nur Kirschen
mitgeschleppt, sie hatte auch die Idee des Kirschkernweitspuckens auf einer
Wiese.
In Hausen trennten sich
Luitgard, Gerry und Lilo von der Gruppe und machten eine gemütliche
vierminutige Bahnfahrt nach Haslach, um das reizvolle Städtchen anzusehen.
Dabei entdeckte Luitgard eine Heilige, die ihre Namensschwester war. Dann
trafen auch die anderen ziemlich abgekämpft in Haslach ein und genossen noch
schnell ein Eis, ehe es mit der Bahn wieder nach Wolfach ging.
Sonntag, 26.6.11
Schon war der letzte Wandertag angebrochen. Der Himmel war wolkenlos blau
und die Ortenaubahn brachte die Frauen nach Schiltach. In der evangelischen
Stadtkirche riefen gerade die Glocken zum Gottesdienst.
Ein riesiges Floß lag als Anschauungsobjekt im Wasser der Schiltach, die in
die Kinzig mündet.
Von Loßburg bis Kehl mussten damals 96 km Wasserstraße mit dem Floß
überwunden werden.
Mittelalterliches Flair mit
viel Fachwerk, aber auch Industrie sind für dieses Städtchen typisch.
Die Wanderinnen fanden den Weg in halber Höhe entlang der Kinzig.
Die Vesperpause wurde unter
einem schattenspendenden Kirschbaum eingelegt. Leider bissen auch einige
Zecken dort an.
Der Sonntag hatte viele Radler ins Kinzigtal
gelockt. In Halbmeil führte der Wanderweg über eine Brücke und linksseits
der Kinzig entlang zurück nach Wolfach. Es war Zeit, die Bahn zur Heimfahrt
zu erreichen und die Wanderinnen kamen abends müde aber zufrieden in
Bietigheim an.
Lilo Durian

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