Ortsgruppe Bietigheim
Bericht von der Tageswanderung des Schwäbischen Albvereins Bietigheim ins Limpurger Land
Eine große Gruppe hatte sich eingefunden, um einmal wieder in Hohenlohe zu
wandern. Schon auf der
Hinfahrt erfuhren
Mitglieder und Gäste des Schwäbischen Albvereins, dass der Limburger Käse
nicht
aus dem Limpurger Land stammt.
Ein bedeutendes Adelsgeschlecht hat dem Land mit Mittelpunkt
Gaildorf
den Namen gegeben.
Die Wanderführer Wolfgang Sohns und Heinz Groß erklärten die Lage des
Limpurger
Landes als einen Teil des Schwäbischen
Waldes, zum Kreis Schwäbisch Hall gehörend.
Die Wanderung begann an den Kocherwiesen des Städtchens Gaildorf. Beim
Stadtrundgang durchschritt
die Gruppe das
Brandenburger Törle in der Stadtmauer. Ein besonderer Augenmerk galt dem
Wasser-
schlösschen mit seinem schönen Fachwerk
und dem malerischen Innenhof. Auf dem Marktplatz
beherrscht das alte
Fachwerk-Rathaus die Lage.
Das Haus, in dem der Dichter und Arzt Justinus Kerner
mit seiner jungen Familie
wohnte, ist durch eine Tafel bezeichnet.
Hier wurde sein Sohn Theobald geboren
und hier dichtete er das beliebte
Württemberg-Lied „Preisend mit viel schönen Reden.“
Die Wandergruppe machte sich danach auf, zum Kirgel mit dem Kernerturm,
hochzusteigen.
Tief hingen die Wolken in der
waldreichen Landschaft. Justinus Kerner, der in Gaildorf Oberamtsarzt
war, hatte
hier oben mit seinem Freund Ludwig Uhland schon im 18. Jahrhundert die schöne Aussicht
genossen. Im Jahre 1902 wurde vom
Schwäbischen Albverein der Kernerturm errichtet.
Auf beiden Seiten des Kochertales erheben sich bewaldete Höhen. Ein friedliches
Bild - und von der
Kirche mit dem markanten
Helmturm läuteten gerade die Glocken zum Sonntag.
Nach der Mittagsrast wurden die Wanderer „gefordert“. Der Himmel hielt sich
geschlossen, aber die
Erde war lehmig und morastig.
Erst später konnten die Albvereinler bewundern, was für einen Segen die
nasse
Erde hervorgebracht hatte: Pilze in rauen Mengen.
Einer war so groß wie ein Brotlaib.
Im Weiler Erlenhof konnte ein Teil der Wanderer in den wartenden Bus
einsteigen. Die größere Gruppe
ging noch eine Stunde
weiter durch den Wald Richtung Fichtenberg. Das Städtchen hat sich etwas
Besonderes einfallen lassen: Am Weg dahin gibt es
bunte Täfelchen, die all' die Wiesenblumen am
Wegesrand
benennen.
Beim Ausblick auf das in Wald und Wiesen eingebettete Städtchen Fichtenberg
begann ein lehrreicher
Weg mit dem Namen:
„Natur, Meditation, Inspiration“. Hier war bunter Sommerflor in eine rote
Bettlade
eingesät undaufgeblüht und rings waren
Heil- und Küchenkräuter um einen großen Baum angepflanzt.
Nachdem die
Albvereinler das alles ausgiebig bewundert hatten,
begaben sie sich zum Abschluß in die
„Krone“ in
Fichtenberg.
Ein Teilnehmer fasste sein Erleben zusammen: „Nicht weit von zu Hause ist so
eine herrliche Landschaft.“
Lilo Durian
