Ortsgruppe Bietigheim
www.sav-bietigheim.de

Bericht von der Tageswanderung des Schwäbischen Albvereins Bietigheim
 auf die höchsten Berge der Schwäbischen Alb


Ein besonderes Erlebnis war die 10 jährige Jubiläums-Buswanderfahrt, gestaltet durch die Wanderführer Günther Schwarz vom Schwarzwaldverein und Dieter Münzenmaier vom Schwäbischen Albverein.

Trotz Unkenrufen über einen Wettersturz sangen die Wanderer: „Wir sind hinaus gegangen, den Sonnenschein zu fangen“ und,  tatsächlich, das Wunder ist geschehen: Der Regen setzte erst bei der Heimfahrt ein!

Die höchsten Erhebungen und der Abschluss der Schwäbischen Alb sind die zehn Tausender der „Hohen Schwabenalb“ im Süden von Baden-Württemberg. Davon waren die drei Zeugenberge: Oberhohenberg, Hochberg und Lemberg das Ziel dieser Wanderung. Sie stehen allein und „bezeugen“ eine frühere Ausdehnung bis weit ins Vorland hinaus.
Der Ausgangspunkt der Route war bei Gosheim auf 848m Höhe.

Stetig bergan ging es bis zur 200jährigen „Wunderfichte“, deren Äste seltsam wie lange Leuchterarme gewachsen sind, die heute aber ein sterbendes Naturdenkmal ist.

Eine Sagentafel sorgt für kurzweiligen Aufstieg. Und plötzlich erklang ein zauberhafter Glockenklang durch den Wald.
Wie sich herausstellte, waren noch andere Wanderer unterwegs, die das Glöckchen der Wallfahrtskapelle „Vierzehnheilige“
im Bürgle angeschlagen hatten. Ein Stationenweg geht von Wehingen herauf und führt zu den 14 Nothelfern, die in bunter Reihenfolge auf dem Altarbild auszumachen waren. Gegen Krankheiten von Mensch und Tier, gegen Ängste und Zweifel gibt es einen Heiligen, der helfen kann.
Aus klimatischen Gründen hatte Pfarrer Dreher im Jahre 1901 den Eingang der Kapelle von West nach Ost versetzt. Seitdem heißt der Pfarrer nach Älblerart „dr Bürglesdriller“

Ein weicher Schotterweg führte weiter, diesmal bergab, bevor es wieder bergauf ging. Hans Lehle wusste, dass der Tannenwald zur linken ein alter Wald war, während der Mischwald rechts zu neuerer Zeit angelegt worden ist.

Auf historischem Grund, einem einstigen Meierhof steht heute eine Albvereinshütte mit Grillplatz und Brunnnen. Da gab es zum mitgebrachten Vesper nicht nur Getränke. Ein Festle war geplant, daher konnten die Älbler auch noch Kaffee mit Kuchen anbieten. „Käskuchen für faule Weiber“, sagte die freundliche Wirtin, als nach dem Rezept gefragt wurde.

Hier trennte sich die Gruppe in die Kurzwanderer und die, welche den Lemberg über den Oberhohenberg (1011m) besteigen wollten. Steil ging der Weg in Serpentinen aufwärts. Nach einer knappen Stunde war der Hochberg mit seinen 1009 m erreicht. An der abfallenden Hangkante ging es weiter zum Oberhohenberg. Eine Tafel mit einer Zeichnung vermittelte die Bebauung im Altertum.
Die Freie Reichsstadt Rottweil hat die ehemalige Stadt mit der Burg und ihre Bewohner ausgelöscht.

Auch die Kurzwanderer hatten steile Passagen in dem Aufstieg auf dem Rhein-Main-Neckar-Weg, Aber sie wurden mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Der Blick ging nach Rottweil und auf die vielen Ortschaften, die auf verschiedenen Gesteinsstufen und Höhen in den Stufenrandtälern zwischen Wäldern und Wiesen in allen Grüntönen vor den Betrachtern lagen.

Endlich war das Ziel und der Treffpunkt mit den Langwanderern erreicht, nämlich der Lemberg auf 1015m Höhe. Die Unentwegten bestiegen selbstverständlich noch den stählernen Turm mit seinen 147 Stufen.
„Ich war im Kleinen Walsertal“, sagte Herr Schumacher. „leider nur im Geist“. Im Winter soll die Sicht sagenhaft sein.

Bärtige Männer mit dem gemütlichen Älbler-Singdialekt saßen in der Hütte. Sie waren verwundert über die Unterländer, die so weit hergekommen waren, um ein schönes Fleckle ihrer Schwäbischen Alb-Heimat kennenzulernen.

                                                                                                                                                      Lilo Durian