|
||
|
Ortsgruppe Bietigheim |
||
|
Bericht von der Tageswanderung des
Schwäbischen Albvereins Bietigheim
Trotz Unkenrufen über einen Wettersturz sangen die Wanderer: „Wir sind hinaus gegangen, den Sonnenschein zu fangen“ und, tatsächlich, das Wunder ist geschehen: Der Regen setzte erst bei der Heimfahrt ein! Die höchsten Erhebungen und der Abschluss der
Schwäbischen Alb sind die zehn Tausender der „Hohen Schwabenalb“ im Süden
von Baden-Württemberg. Davon waren die drei Zeugenberge: Oberhohenberg,
Hochberg und Lemberg das Ziel dieser Wanderung. Sie stehen allein und
„bezeugen“ eine frühere Ausdehnung bis weit ins Vorland hinaus. Stetig bergan ging es bis zur 200jährigen „Wunderfichte“, deren Äste seltsam wie lange Leuchterarme gewachsen sind, die heute aber ein sterbendes Naturdenkmal ist. Eine Sagentafel sorgt für kurzweiligen
Aufstieg. Und plötzlich erklang ein zauberhafter Glockenklang durch den
Wald. Ein weicher Schotterweg führte weiter, diesmal bergab, bevor es wieder bergauf ging. Hans Lehle wusste, dass der Tannenwald zur linken ein alter Wald war, während der Mischwald rechts zu neuerer Zeit angelegt worden ist. Auf historischem Grund, einem einstigen Meierhof steht heute eine Albvereinshütte mit Grillplatz und Brunnnen. Da gab es zum mitgebrachten Vesper nicht nur Getränke. Ein Festle war geplant, daher konnten die Älbler auch noch Kaffee mit Kuchen anbieten. „Käskuchen für faule Weiber“, sagte die freundliche Wirtin, als nach dem Rezept gefragt wurde. Hier trennte sich die Gruppe in die
Kurzwanderer und die, welche den Lemberg über den Oberhohenberg (1011m)
besteigen wollten. Steil ging der Weg in Serpentinen aufwärts. Nach einer
knappen Stunde war der Hochberg mit seinen 1009 m erreicht. An der
abfallenden Hangkante ging es weiter zum Oberhohenberg. Eine Tafel mit einer
Zeichnung vermittelte die Bebauung im Altertum. Auch die Kurzwanderer hatten steile Passagen in dem Aufstieg auf dem Rhein-Main-Neckar-Weg, Aber sie wurden mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Der Blick ging nach Rottweil und auf die vielen Ortschaften, die auf verschiedenen Gesteinsstufen und Höhen in den Stufenrandtälern zwischen Wäldern und Wiesen in allen Grüntönen vor den Betrachtern lagen. Endlich war das Ziel und der Treffpunkt mit
den Langwanderern erreicht, nämlich der Lemberg auf 1015m Höhe. Die
Unentwegten bestiegen selbstverständlich noch den stählernen Turm mit seinen
147 Stufen. Bärtige Männer mit dem gemütlichen Älbler-Singdialekt saßen in der Hütte. Sie waren verwundert über die Unterländer, die so weit hergekommen waren, um ein schönes Fleckle ihrer Schwäbischen Alb-Heimat kennenzulernen. Lilo Durian
|
||