Ortsgruppe Bietigheim
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Mit dem Albverein Bietigheim zur Heuchelberger Warte

Was für ein traumhafter Rastplatz unter der Heuchelberger Warte!
Nochmals in Erwartung des Winters den Altweibersommer auf sich einwirken lassen.
Zu Füßen weites Land, seitlich Weinberge, in der Ferne der Neckar bei Nordheim.

Zuvor aber wanderte unter Führung von Walter Schollenberger und seinem Team eine wackere Gruppe des Albvereins Bietigheim
vom Bahnhof Nordheim in Richtung Heuchelberger Warte. Die Strecke führte entlang dem Verlauf des Altwürttembergischen Landgrabens. Hier war der Blick frei zum fernen Wall des nördlichen Heuchelberges und der aufragenden Heuchelberger Warte.
Unterwegs wurde von Kennern ein „Speierling“ gesichtet, ein äußerst seltener Wildobstbaum.

Um den Bau des Landgrabens haben sich in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Graf Ulrich V und Graf Eberhard im Bart,
(laut dem Dichterwort bekannt als „Württembergs geliebter Herr“ ) verdient gemacht. Diese Linie markierte ursprünglich die nördliche Grenze Württembergs. Der Graben diente auch Zolleinnahmezwecken. Seine strategische Bedeutung war gering.
So verfiel er zunehmend.

Ein markantes Zeugnis dieser Geschichte ist aber heute noch die Heuchelberger Warte. Sie diente dem Wächter zur Beobachtung und Zeichensetzung bei nahender Gefahr. Jetzt ist die Heuchelberger Warte vor allem ein beliebtes Ausflugsziel.
Hier herrschte ein sympathisches Leben und Treiben in einem wunderschönen Gartenrestaurant mit allen Anzeichen einer Feinschmeckerküche. Den Ort kann man sich für eine Familienfeier merken, neben vielen anderen in der Region.

Der Albverein begnügte sich an dieser Stelle mit seinem Rucksackvesper.
Kommt bei derartiger Rast nicht die Erinnerung an Schulausflüge lang vergangener Zeiten auf? Wie einfach war alles und wie erlebnisreich. Lohnt es sich nicht mit Gleichgesinnten ein wenig in diese Lebensart zurückzukehren?

Vor dem Aufbruch bestiegen die Wanderer den hervorragend gewarteten Turm. Die Sicht war erhaben, wie zu erfahren war, aber die Ferne etwas verschleiert.

Nebenbei gesagt und mit ein wenig Stolz: An der Restaurierung des Landgrabens und der Heuchelberger Warte wirkten einst Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins mit.

Noch ein großer Teil der geplanten Strecke lag vor den Wanderern. Sie führte schließlich weiter durch lichte Wälder, vorbei an Weinbergen, Äckern und Wiesen auf oft schmalen gewundenen Pfaden. Südwestlich der Route lag Neipperg, im Süden Nordhausen.

Zum Schluss winkte in Nordheim noch der Lohn für nicht geringe Wandermühen in Gestalt eines prächtigen „Blumensommerparks“
und eines gediegenen Mahls bei freundlichen flinken Wirtsleuten.

                                                                                                                                                Frieder Fuhr